Aquarium in Lummerland
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Sämtliche Wirbellose hatten es mir beim Stöbern in Zooläden, Büchern und Internet angetan, und je mehr ich über Aquaristik erfahren habe, desto größer wurde der Wunsch, Garnelchen, Schnecken und Co. vom eigenen Wohnzimmer aus beobachten zu können. Ins Gesellschaftsbecken hätten die Tierchen aber nicht wirklich gut gepaßt, und da mich sowieso ein Versuch mit dem Hamburger Mattenfilter reizte, habe ich beschlossen, mir selbst ein kleines Becken anzuschaffen.

Den endgültigen Anstoß lieferte die Anschaffung einer DVD-Anlage, durch die die ganze HiFi-Anlage überflüssig und somit ein Stellplatz im Regal frei wurde - meine Chance ;o)

Ich habe das Einrichten, Einfahren und Besetzen des Beckens von Anfang an dokumentiert - dieser Teil fehlt beim großen Becken, und ich ärgere mich, daß ich es da nicht so genau aufgeschrieben habe. Aber nun mach ich es besser *g*.
Für diejenigen, die selbst (noch) kein Becken haben, mag dieser Teil etwas zu technisch sein, aber vielleicht profitieren ja diejenigen, die auch mit einem Wirbellosenbecken liebäugeln, davon ...

 

Technik, Filter, Deko:

Mitte Februar wurde angeschafft:
- Ein Juwel-Komplettset 60x30x30 mit Monolux-Lampe, Aquaclear-Mini-Filter (378l/h max. lt. Hersteller), Heizstab 25W
- 10 Liter Sand, der in etwa 4cm Bodengrund ergab
- zwei kleine Moorkienwurzeln
- Filtermatte fein 60x30x5 (an der Rückwand entlang befestigt und mit einem Filterschlauch von knapp 2cm auf Abstand zur Rückwand gehalten)

 

Pflanzen:

Pflanzen brauchte ich fast keine zu kaufen, ich konnte einiges aus dem gut wachsenden großen Becken "klauen":
- Riesenvallisnerien
- Indischer Wasserfreund
- Javafarn
- Anubias barteri var. nana
- ein Büschel Javamoos

[nach oben]

60-Liter Wirbellosenbecken

 

Protokoll Einlaufphase und Erstbesatz:

Während der Einlaufphase habe ich vor dem ersten Besatz nur den Nitritwert überprüft, um festzustellen, wann der Nitritpeak erfolgt und die ersten Tiere eingesetzt werden können.
Auch ohne Besatz habe ich alle 2-3 Tage ein paar Flocken Futter zugegeben, um den Bakterien Nahrung zu bieten.
Wasserwechsel erfolgen seit dem ersten Besatz vom 11.3. wöchentlich; je 25 Liter werden herausgenommen und mit 10l Osmosewasser und 15l Leitungswasser wieder aufgefüllt. Zusätzlich dünge ich wöchentlich mit 10ml Ferrdrakkon.

[nach oben]

Datum

kH -
Karbonathärte

gH -
Gesamthärte

PH

NO2 -
Nitrit

NO3 -
Nitrat

PO4 -
Phosphat

26.02.

Befüllen mit Sand und Wasser (10l Osmose, 10l altes Becken, Rest Leitung);
Deko und Pflanzen einsetzen (s. o.), 10ml Ferrdrakkon

28.02.

11

19

7,5

0

0

0

02.03.

 
 
 

0

 
 

04.03.

 
 
 

0,2

 
 

06.03.

 
 
 

0,3

 
 

08.03.

 
 
 

0,3

 
 

10.03.

 
 
 

0,1

 
 

11.03.

Drei Apfelschnecken aus dem großen Becken eingesetzt;
Leichter Bartalgen-Befall an den oberen Teilen der Vallisnerien

12.03.

10

16

7,5

0

<5

0

13.03.

Besatz: 3 Molukkengarnelen, 3 Glasgarnelen, 4 Zwerggarnelen, 2 Rennschnecken (aus großem Becken), 2 Zwergkrallenfrösche

17.03.

9

15

7,5

0

<5

0,1

23.03.

6

14

7,5

0

5

0,4

   

Vallisnerien um die von Bartalgen befallenen Stellen gekürzt

25.03.

4 Ringelhandgarnelen eingesetzt

30.03.

7

12

7,5

0

5

0,5

   

Kein Algenbefall mehr (waren es die Garnelen? Oder doch inzwischen ein ausgeglichenes Zusammenspiel von Wasser, Licht und Bakterien?)

 

An den Werten wird sich wohl nichts mehr großartig ändern, und auch an Pflanzen und Deko kann und will ich bei der Beckengröße nicht mehr viel schrauben. Lediglich der Wasserfreund soll ausgetauscht werden in eine Pflanze, die etwas festere Blätter hat: In dieser Ecke ist der Auslauf vom Filter und somit die größte Strömung. Dort sitzen bevorzugt die Fächergarnelen, und auf den biegsamen Blättern vom Wasserfreund finden sie gerade so Halt in der Strömung.

[nach oben]

Interessant wäre natürlich noch weiterer Besatz ... aber erstmal sehen, was ich von den vorhandenen Tierchen berichten kann:

 

Bilder & Besatzspezifisches:

Auch hier habe ich noch nicht alle Tierchen vor die Linse bekommen und annehmbare Bilder schießen können. Doch ich probiere weiter und werde die Sammlung hier ergänzen.

[ein Klick auf das Bild zeigt das Bild größer in einem neuen Fenster, teilweise können in diesem Fenster weitere Bilder aufgerufen werden]

Caridina/Neocaridina sp.
(Rückenstrichgarnelen?):

rückenstrichgarnele

Die leidige Geschichte mit der zuverlässigen Bestimmung einer Garnelensorte ...*seufz*
Ich weiß noch immer nicht sicher, wer denn da bei mir wohnt. Verkauft wurden sie mir als Zwerggarnelen, sie sind zwischen 2 und 3,5 cm groß, verstecken sich am liebsten im Javamoos und zuppeln unermüdlich nach Algen.

Ringelhandgarnelen:

ringelhandgarnele

Mit den riesigen Vorderscheren, die beinahe so groß werden wie die Garnele selbst, werden schon mal Kämpfe ausgefochten - jedoch nur im Notfall, meist zieht sich einer der beiden Kämpfer sehr schnell freiwillig zurück.

Glasgarnelen:

glasgarnelen

Diese Sorte hatten wir bereits im großen Aquarium gehalten, und mit ihr hat wohl mein "Tick" mit den Garnelen begonnen. Nach wie vor finde ich bei dieser Art interessant, daß man "in die Garnele" gucken kann (besonders gut sichtbar auf dem Bild mit der roten Mückenlarve)

Molukkengarnelen:

molukkengarnelen

Entgegen der Warnung der Verkäuferin, diese Art würde sich ab und an stunden- oder gar tagelang totstellen, sind die Molukkengarnelen (die ich unter dem Namen "Fächergarnelen" erworben habe) unermüdlich mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Entweder graben sie mit ihren Fächerhänden durch den Sand, oder sie sitzen mit gefächerten Scheren direkt unter dem Ausstrom vom Filter, in der Hoffnung, es wird ihnen etwas Eßbares zugetrieben.
(habe das Gleiche auch selbst in der Wohnung versucht - erfolglos ... )

Zwergkrallenfrösche:

zwergkrallis

Diese beiden sind doch deutlich ruhiger, als man sich Frösche im Allgemeinen vorstellt. Selbst das Fressen besteht zu 95% aus Beobachten, und die restlichen 5% sind ein "Happs", mit dem die Beute komplett verschlugen wird. Rote Mückenlarven mögen sie besonders (genaugenommen habe ich sie noch nie etwas anderes fressen sehen ...), und bis vor kurzem wußte ich nicht einmal, daß die Kerlchens sich sogar häuten.

Rennschnecken:

rennschnecken

Der Name stammt meiner Vermutung nach von jemandem mit viel schrägem Humor ... ;o)
Zwar bewegen sich die beiden im Wirbellosenbecken häufiger als zuvor im großen Becken, werden aber von einer kleineren Apfelschnecke locker abgehängt. Dafür sind sie im kleinen Becken (wohl aufgrund der höheren Wasserhärte) deutlich mehr gewachsen: Nach dem Rand, an dem das Muster am Gehäuse aufhört, beginnt der Teil des Gehäuses, der seit dem Umsetzen, also nur innerhalb zweier Monate gewachsen ist.

Apfelschnecken:

apfelschnecken

Schon im großen Becken hatten die drei Apfelschnecken dort reichlich Nachwuchs, dessen Gehäuse sich aber durch die immer weiter gesenkte Wasserhärte aufzulösen begann. Drei von ihnen konnte ich noch ins kleine Becken retten, wo sie wahnsinnig schnell wuchsen (etwa 1-1,5 cm in zwei Monaten) und auch sonst sehr viel beweglicher sind als im großen Becken.
Im April 2002 wurde der Bestand noch um zwei ganz gelbe Apfelschnecken erweitert.
Nachwuchs hat sich noch nicht eingestellt - sollte ich das Pech haben und fünf Schnecken eines Geschlechts erwischt haben?!

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Diese Seiten wurden erstmals im Juni 2001 von Nadine aka. Towanda verursacht und im Mai 2002 ergänzt.